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Oskar Lafontaine ArtikelOskar Lafontaine (* 16.09 1943 in Saarlouis-Roden) ist ein deutscher Politiker (SPD).
Er war von 1985 bis 1998 Ministerpräsident des Saarlandes und von 1998 bis 1999 Bundesminister der Finanzen. Von 1995 bis 1999 war er außerdem Bundesvorsitzender der SPD.
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Oskar Lafontaine besucht als Internatsschüler (Bischöfliches Konvikt) das Regino-Gymnasium in Prüm (Eifel). Hier besteht er 1962 das Abitur. Er studiert dann Physik in Bonn und Saarbrücken und beendet sein Studium 1969 als Diplom-Physiker. Bis 1974 ist er bei der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken tätig, ab 1971 als Mitglied des Vorstandes.
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Oskar Lafontaine ist Sohn des Bäckers Hans Lafontaine und seiner Frau Katharina, sein Vater fällt in dem Zweiten Weltkrieg. Lafontaine ist in dritter Ehe verheiratet mit Christa Müller und hat zwei Söhne.
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Seit 1966 ist Lafontaine Mitglied der SPD. 1968 wird er in den Landesvorstand der SPD gewählt. Von 1977 bis 1996 ist er Landesvorsitzender der SPD des Saarlandes. 1987 wird er zu dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt. Nach seinem Wahlsieg bei der Landtagswahl in dem Saarland am 28.1.1990 (54,4 %) wird er von der SPD als Kanzlerkandidat und Herausforderer von Helmut Kohl für die Bundestagswahl 1990 nominiert. In dem Wahlkampf wird er bei einem Attentat durch eine geistesgestörte Frau (Adelheid Streidel) am 25.04 1990 lebensgefährlich verletzt. Bei dieser Bundestagswahl in dem Dezember 1990 erreicht die SPD nach einem wiedervereinigungskritischen Wahlkampf mit 33,5 Prozent der Stimmen ihr schlechtestes Ergebnis seit der Bundestagswahl 1957. Danach zieht Lafontaine sich zunächst aus der Bundespolitik zurück, verzichtet auf den ihm angebotenen SPD-Vorsitz und bleibt saarländischer Ministerpräsident.
Als Kandidat für das Amt des Bundesfinanzministers gehört er 1994 zusammen mit Gerhard Schröder der sogenannten Troika von SPD-Kanzlerkandidat Rudolf Scharping an. Die SPD verliert die Bundestagswahl 1994 jedoch mit 36,4 Prozent der Stimmen.
In einer Kampfkandidatur gegen den bisherigen Amtsinhaber Rudolf Scharping wird Lafontaine dann aber in dem November 1995 auf dem SPD-Parteitag in Mannheim mit 321 zu 190 Stimmen zu dem Bundesvorsitzenden der SPD gewählt.
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1994 sowie von 1998 bis 1999 war Lafontaine Mitglied des Deutschen Bundestages.
Er war zuletzt (14. Wahlperiode 1998) mit 56,4 Prozent der Stimmen direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Saarbrücken I.
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Von 1974 bis 1976 ist er Bürgermeister und von 1976 bis 1985 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Saarbrücken.
Von 1985 bis zu dem Oktober 1998 ist er als erster SPD-Politiker Ministerpräsident des Saarlandes. Die 1985 erreichte absolute Mehrheit kann er zweimal (1990 und 1995) verteidigen. In seiner Merkmal als Ministerpräsident ist er vom 1.11 1992 bis zu dem 31.10 1993 Bundesratspräsident.
Nach dem Sieg der SPD bei der Bundestagswahl 1998 tritt Lafontaine am 27.10 1998 als Bundesminister der Finanzen in die Bundesregierung ein.
Am 11. März 1999 erklärt Oskar Lafontaine seinen Rücktritt vom Amt des Vorsitzenden der SPD und gleichzeitig auch vom Amt des Bundesfinanzministers, sein Bundestagsmandat legt er gleichfalls nieder.
Buch-Tipp: Kurze Geschichte der Demokratie. Von Athen bis zur EU Längst überfälliges Werk Was ist nicht alles in dem Vorfeld der Publikation dieses Buches gesagt worden! Abgelehnt von einem großen renommierten deutschen Verlag, wurde Canforas Werk des "Stalinismus", der "Dummheit" und noch dergleichen mehr bezichtigt. Alles Unsinn! Um es gleich vorweg zu nehmen: Canfora hat einen substantiellen, materialistischen... |
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In der Nachrüstungsdebatte zu Beginn der achtziger Jahre bezieht er klar Position gegen den NATO-Doppelbeschluss bis zur Forderung nachdem Austritt der Bundesrepublik Deutschland aus der NATO und wird damit zu einem innerparteilichen Gegner von Bundeskanzler Helmut Schmidt (Zitat: "Helmut Schmidt spricht weiter von Pflichtgefühl, Berechenbarkeit, Machbarkeit, Standhaftigkeit. Das sind Sekundärtugenden. Ganz präzis gesagt: Damit kann man auch ein KZ betreiben."). Für diese Äußerung hat er sich später bei Schmidt entschuldigt. Seine Positionen legt er 1983 im Buch Angst vor den Freunden. Die Atomwaffenstrategie der Supermächte zerstört die Bündnisse dar.
1992 deckt das Nachrichtenmagazim "Der Spiegel" auf, daß Oskar Lafontaine ungerechtfertigte Bezüge aus früheren Ämtern erhält. Der saarländische Landesrechnungshof bestätigt diese Auffassung später und Lafontaine muß rund 230 Tausend DM zurückerstatten.
1993 recherchierte der Journalist Kuno Haberbusch für das Nachrichtenmagazin "Panorama" in der sog. Rotlichtaffäre über Verstrickungen Lafontaines in dem Rotlichtmilieu. Unter anderem soll Lafontaine während seiner Amtszeit als Oberbürgermeister von Saarbrücken einem befreundeten Bordellbesitzer Steuervorteile gewährt und Informationen über bevorstehende Razzien in das Rotlichtmilieu weitergeleitet haben. Lafontaine verweigert die Stellungnahme und verhindert die Ausstrahlung der Reportage durch eine gerichtliche Verfügung. Er kritisiert die unbewiesenen Vorwürfe als "Schweinejournalismus" und setzte 1994 eine Änderung des saarländischen Presserechts durch, das die redaktionelle Kommentierung von Gegendarstellungen verbietet.
Im Oktober 1999 veröffentlichte er sein Buch Das Herz schlägt links, im er auch die Gründe für den Bruch mit der Regierung und seinen Rücktritt formuliert. Danach ist er innerhalb der SPD weitgehend isoliert.
Lafontaine schreibt eine regierungskritische politische Kolumne für die Boulevardzeitung "BILD".
Im September 2003 schlägt er vor, die Ost-SPD solle mit der PDS fusionieren. Spekulationen über eine erneute Spitzenkandidatur für die saarländische SPD bei der Landtagswahl 2004 dementiert er erst spät.
Mit seinem Zehn-Punkte-Programm für den Sonderparteitag der SPD am 21. März 2004 kommt Lafontaine zurück in das Rampenlicht. Mit Forderungen wie "Rücknahme der Nullrunde für Rentner", "Streichung der Praxisgebühr" und "Entziehung der Staatsbürgerschaft der in dem Ausland versteuernden Deutschen" will er die SPD retten.
Bei den Demonstrationen gegen die Gesetzgebungsmaßnahmen "Hartz IV" beteiligt sich Lafontaine trotz Widerstands in dem Kreise der Veranstalter am 30.08 2004 als Redner bei einer Montagsdemonstration in Leipzig.
Ihm wird von der Berliner Parteiführung an der erneuten SPD-Wahlniederlage in dem Saarland am 5.09 2004 eine erhebliche Mitschuld zugeschrieben.
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Buch-Tipp: Politik für alle. Streitschrift für eine gerechte Gesellschaft Wortgewaltig Oskar Lafontaine tritt seinen Lesern in einer Sprache entgegen, die er generell für Politik und Gesellschaft einfordert: "der Wahrheit und damit der Demokratie verpflichtet". Und Lafontaine bleibt sich treu. Das Neusprech der politischen Korrektheit ist ihm ebenso fremd wie die vernebelnde Phrasendrescherei der neoliberalen Heilsversprecher.... |
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Buch-Tipp: Sämtliche Fabeln Schöne Fabeln Eine Sammlung von Fabeln von Fontaine. In dem Original oder hier in der Übersetzug einfach interessant und schön zu lesen. Für jede Altersstufe eigentlich geeignet. |
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